Was wir unter Marxismus-Leninismus verstehen
Artikelreihe im KJÖ-Organ "vorneweg. Zeitung für Veränderung.":
„Wir und die Anderen“: Teil I
Das mit dem links sein ist hierzulande und heutzutage so eine Sache. Da haben wir den Uni-Assistenten, der auf dem Weg zu einem Bobo-Lokal im 7. Wiener Bezirk auf der Mariahilferstraße noch rasch 10 Euro an einen Amnesty-Keiler spendet um dann mit seinen Freunden bei einem Aperol-Spritzer darauf anzustoßen, wie links er ist. Oder aber die SPÖ-Bezirkskonferenz, wo ein Antrag auf Forderung nach einer Reichensteuer abgelehnt wird, weil man zwar links sei, aber doch nicht bei den Kommunisten - und der Jugendfunktionär freut sich, dass er kritische Opposition spielen darf.
Man könnte diese Reihe ewig fortsetzen, wir haben aber wichtigeres zu tun. Und zwar wollen wir uns im Rahmen einer Artikel-Reihe mit unterschiedlichen Strömungen der Arbeiterbewegung bzw. der Linken auseinandersetzen. Unser erster Blick richtet sich dabei auf die Sozialdemokratie, aber erst in der nächsten Ausgabe der „vorneweg“. Denn bevor man vor der Haustüre kehrt, sollte man sich nochmal im Haus selbst umsehen und insofern wollen wir der Frage nachgehen, warum wir MarxistInnen-LeninistInnen sind und was wir darunter verstehen.
Was uns grundsätzlich von den oben genannten „Linken“ unterscheidet, ist die Tatsache, dass es - mit den Worten von Karl Marx - unser erklärtes Ziel ist, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen“ ist.
Unter dem Titel "Gedanken zum Antikommunismus" ist im Mai 2009 ein politisch höchst aktuelles Buch zur Zeitgeschichte von Genossen Walter Winterberg im Eigenverlag der „Tribüne für die Wahrheit“ erschienen. Das langjährige Mitglied der KPÖ setzt sich darin in Artikeln und Referaten vom marxistischen Standpunkt aus konstruktiv und kritisch mit innerparteilichen, aber auch allgemeinen politischen Themen auseinander.
Das Buch ist ein Paperback im Großformat, 164 Seiten stark, mit zahlreichen Schwarz-Weiß Abbildungen. Es ist zu einem günstigen Preis über die folgenden Kontaktadressen zu beziehen:
Mag. Walter Winterberg, Corvinusgasse 6/4/1, 1230 Wien
Magra Charlotte Rombach: charlotte.rombach@chello.at
Buchhandlung Hans Jauker, Sampogasse 4, 1140 Wien (T+F: +43 1 985 97 77)
E: jauker@utanet.at
Vor 90 Jahren gründete Mussolini die "Fasci di Combattimento"
Am 23. März 1919 wurden im italienischen Mailand durch Benito Mussolini die "Fasci di Combattimento" gegründet. Diese "Kampfbünde" - mehr bedeutet der Name nicht - stellten die namensgebende Keimzelle der Herausbildung des Faschismus als reaktionäre politische Bewegung neuen Typs dar. So diffus und widersprüchlich sich die Inhalte des Faschismus zunächst darstellten, so war der Faschismus von Anbeginn vor allem eines: das endlich gefundene Instrument in den Händen des Großkapitals, um den proletarisch-revolutionären und sozialistischen Bestrebungen der Arbeiterklasse in Stadt und Land nicht nur wirksam Einhalt zu gebieten, sondern um sie zurückzuschlagen und zu vernichten. Und doch war diese antizipierte Konterrevolution lediglich die erste Aufgabe des Faschismus, der den Boden für umfassendere imperialistische Programme zu bereiten hatte.
Sehr erfolgreich war das Seminar der Kommunistischen Jugend Österreichs am Wochenende vom 5. bis 8. Dezember in der Steiermark. Mit der Hilfe hervorragender ReferentInnen konnten sich die TeilnehmerInnen mit der Geschichte der Arbeiterbewegung und insbesondere deren Bruchlinien und Strömungen auseinandersetzen. Das Seminar trug damit nicht zuletzt zu Klarheit in Weg und Ziel der kommunistischen Bewegung bei.
Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung standen Diskussionen über die künftige politische Tätigkeit der KJÖ sowie zahlreiche praktische Arbeiten am Programm, wie etwa die Herstellung von Fahnen, Transparenten oder Buttons. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei den OrganisatorInnen, ReferentInnen und natürlich auch den TeilnehmerInnen.
"Nie noch hat die Unwissenheit jemandem genützt."
Diesem Ausspruch von Karl Marx folgend veranstalten KJÖ, KSV und KPÖ-Graz gemeinsam an fünf Samstagen ein Seminar. Die Grundlagenschule umfasst neben den drei Bestandteilen des Marxismus – der politischen Ökonomie, der Philosophie (dialektischer und historischer Materialismus) und dem wissenschaftlichen Kommunismus – weitere Kapitel zum Imperialismus und proletarischen Internationalismus sowie zu Strategie und Taktik unserer politischen Arbeit.
Das Studium der Klassiker des Marxismus mag aus einer Reihe von Gründen – teilweise veraltete oder schwer verständliche Sprache, nur im historischen Kontext verstehbare Dinge etc. – zwar oft mühsam, zeitaufwendig und mitunter sogar trocken sein, nichtsdestotrotz ist es für KommunistInnen unabdingbar. Der Einstieg in diese Lektüre soll durch die Absolvierung der Grundlagenschule erleichtert werden.
Treffen zur Vorbesprechung: Freitag, den 14. November 2008
17:00 Uhr im Karl-Drews-Klub, Lagergasse 98a, 8020 Graz.
Der Unkostenbeitrag für die Seminarunterlagen beträgt 3,-- Euro.
Mit der Verfilmung des Buches "Der Baader-Meinhof-Komplex" von Stefan Aust wurde das Thema "Rote Armee Fraktion" wieder zum Gegenstand zahlreicher Diskussionen. Aus diesem Anlass veröffentlichen wir an dieser Stelle einen Artikel von Bruno Frei, der sich mit dem Verhältnis von Marxismus und individuellem Terrorismus auseinandersetzt.
Bruno Frei: Marxismus und Terrorismus Aus: »Weg und Ziel«, 4/1978, S. 157-160.
Schuld am Terrorismus habe der Marxismus. Die systematische Abwertung der „demokratischen Rechtsordnung” habe die Verbreitung des Terrorismus in der BRD gefördert, wenn nicht verursacht. Kritik am Kapitalismus wird in ein Mordmotiv umfunktioniert. Mit dem von rechts entfachten Rummel setzt sich der folgende Beitrag gründlich auseinander, der durch die Ereignisse in Italien zusätzliche Aktualität erhielt.
Der Schwerpunkt der ideologischen Auseinandersetzung zwischen Kapitalismus und Sozialismus (Reaktion und Fortschritt) hat sich scheinbar verschoben. Im Mittelpunkt .steht gegenwärtig weniger das Praxisfeld der Ökonomie (Dirigismus gegen free enterprise) als der Theorieboden, auf dem der Sozialismusanspruch beruht. Fabrikanten reaktionärer Wahlparolen sind flink dabei, aus dem Schwindel „Freiheit oder Sozialismus” den Superschwindel ',Sozialismus ist Vorbereitung des Terrorismus" aufzubauen. "Mord beginnt beim bösen Wort" (»Spiegel«). Hornsignal zur Treibjagd gegen alles Linke oder Linksverdächtige. Die Formel heißt: „Befürwortung”. In der Bundestagsdebatte über die Verschärfung der Strafbestimmungen Machte ein CSU-Abgeordneter (Carl-Dieter Spranger) die Absicht deutlich: Das Strafgesetz soll der Auseinandersetzung mit den „geistigen Helfershelfern” dienen, „jenen Wohlstandsintellektuellen, wie Böll, Fried, Walser, Drehwitz und andere”. Der Strauß-Mann klebt seinen bevorzugten Feindobjekten das Etikett „Anarchisten” an – doch so genau war's nicht gemeint.

"Es gibt nichts praktischeres als eine gute Theorie"
Am Samstag, den 29. März findet das KJÖ-Graz-EinsteigerInnenseminar statt. In kurzen Referaten wird erklärt, wer wir sind und wofür wir stehen. Anschließend gibt es genug Zeit zum Diskutieren und Fragen stellen. Außerdem auf dem Programm stehen gemeinsame Freizeitaktivitäten.
Datum: Samstag, 29. März 2008
Beginn: 11 Uhr
Ort: Karl-Drews-Klub, Lagerg. 98a, Graz(rechts neben Volkshaus)

Veranstaltung der KJÖ Braunau "Opium des Volkes"
Themen:
* Religion aus marxistischer Sicht
* Frauenunterdrückung
* Befreiungstheologie
Sonntag, 16. März * 16 Uhr * ÖGJ-Jugendzentrum Braunau (Arbeiterkammer/ÖGB)
Wir freuen uns auf Dein Kommen!
Artikel aus "vorneweg" #1 / 2008. Von Gerald Parzmair und Hanno Wisiak.
Wenn sich auch immer mehr Leute von den institutionalisierten Kirchen abwenden, verursacht das Verfaulen des Kapitalismus dennoch eine gewisse Volksfrömmigkeit- und Gläubigkeit. Mit einer Analyse des Ursprungs, des Zweckes und der Entwicklung von religiösen Anschauungen kann diese Tatsache vielleicht etwas verständlicher gemacht werden.
Herkunft und Funktion von Religion
Naturreligionen entstanden schon in frühen Phasen der menschlichen Entwicklungsgeschichte und waren Ausdruck des Unverständnisses und der Unbeeinflussbarkeit der Umwelt. Weil die Technik von Bewässerung noch unbekannt war und für die eben sesshaft gewordenen und Ackerbau betreibenden Gemeinschaften Ernteausfälle fatale Folgen hatten, wurde Göttern oder Göttinnen geopfert, in der Hoffnung diese "gnädig" zu stimmen. Durch den Ackerbau wurde es auch möglich, Menschen für rituelle oder religiöse Zwecke von der Produktion der Güter des täglichen Bedarfs freizustellen. Diese Priester, Schamanen und Wunderheiler sollten nun für die Wohlgesonnenheit der höheren Wesen Sorge tragen.
Beitrag der KJÖ zum "position"-Schwerpunkt "Die EU gegen dich"
Die Europäische Union ist ein begrenztes imperialistisches Bündnis des europäischen Monopolkapitals, getragen durch dessen imperialistische Nationalstaaten. Die EU erfüllt durch die Bündelung politischer, ökonomischer und militärischer Potenzen mehrere Zwecke: Nach außen dient die EU der kollektiven imperialistischen Unterdrückung und Ausbeutung der abhängigen Länder in Afrika, Asien und Lateinamerika; ebenso ist die EU ein Mittel der zwischenimperialistischen Konkurrenz, v.a. gegenüber den USA. Nach innen soll die EU die Kapitalakkumulation und somit die kapitalistische Ausbeutung der eigenen Bevölkerung optimieren; ebenso nach innen ist die EU ein Mittel, um über weitgehend unkontrollierte Institutionen den Prozess der Entdemokratisierung zu forcieren. Nicht zuletzt ist die EU nach innen und nach außen ein Werkzeug, um emanzipatorische und revolutionäre Bewegungen, um den Sozialismus zu bekämpfen.










