Spektakuläre Aktion und Riesentransparent am Grazer Schlossberg
Mit einer spektakulären Aktion am Grazer Schlossberg haben heute Aktivistinnen und Aktivisten der Kommunistischen Jugend (KJÖ) die heiße Phase des steirischen Landtagswahlkampfs eingeleitet. Dazu brachten sie ein 15 mal 5 Meter großes Transparent mit Hammer und Sichel und der Aufschrift „Soziale Gerechtigkeit“ an und entzündeten bengalische Fackeln. „Damit wollen wir auf die gewaltige soziale Schieflage in der Steiermark aufmerksam machen: 142.000 SteirerInnen sind von Armut gefährdet, während ein paar wenige immer reicher werden“, erklärt Robert Krotzer, Jugendkandidat der KPÖ Steiermark, das Anliegen der Aktion.
Die KJÖ warnt gleichzeitig davor, dass die Schere zwischen Arm und Reich durch die geplanten unsozialen Sparpläne von SPÖ und ÖVP weiter auseinandergehen wird. „Einsparungen im Sozial- und Bildungsbereich, Nulllohnrunden und ähnliche Grausligkeiten bedeuten gerade für junge Menschen, dass ihr Recht auf eine lebenswerte Zukunft kaputtgespart wird“, führt Krotzer aus. Stattdessen brauche es eine konsequente Umverteilungspolitik, bei der Konzerne, Banken und Superreiche zur Kasse gebeten werden. Damit wären auch Investitionen in den Bildungsbereich, eine Erhöhung der Lehrlingsentschädigungen oder günstigere öffentliche Verkehrsmittel finanzierbar, wie sie von der Kommunistischen Jugend seit Jahren gefordert werden.
Bericht der KJÖ vom Treffen der Protestplattform mit Vertretern der ÖBB
Die erneute Verteuerung des ÖBB Sommertickets vom Vorjahr auf heuer um bis zu 56(!) Prozent hatte zur Folge, dass den Jugendlichen die Reiselust recht schnell im Hals steckengeblieben ist. Vielmehr griff flächendeckender Frust um sich, der mit dem Willen einher ging, sich gegen den Versuch zu wehren, durch Verteuerungen die Jugendlichen die Zeche zahlen zu lassen.
Die Facebook-Seite "ÖBB"-Sommerticket 2010 viel zu teuer - 56% Preiserhöhung sind eine Sauerei!“, die als Reaktion auf die eklatante Preiserhöhung des vermeintlichen Jugendangebotes gegründet wurde, erreichte in den ersten Tagen bereits über 5000 Mitglieder und wuchs mittlerweile auf über 9000 Unterstützer an. Durch den gemeinsamen Online-Protest tausender Jugendlicher wurde auch Vertretern der ÖBB bewusst, dass man den Unmut der zur Kasse gebetenen Jugendlichen nicht einfach ignorieren kann. Sie luden daher Initiatoren der facebook-Plattform – darunter auch ein Mitglied der KJÖ - zu einem klärenden Gespräch nach Wien.
Seit 2008 gibt es den sogenannten „Ausbildungsnachweis zur Mitte der Lehrzeit“: Lehrlinge müssen für einen Praxistest lernen und der Lehrbetrieb bekommt dafür 3.000¤. Durchfallquoten von 0,65% gegenüber bis zu 50% bei der Lehrabschlussprüfung zeigen, dass es nur ums schnelle Geld für die Betriebe geht – auf unsere Kosten. Doch es regt sich Widerstand.
Ab Herbst könnte eine geringe Beteiligung für die Lehrlinge im Kollektivvertrag verankert sein. Damit dürfen wir uns aber nicht begnügen, wir werden weiterkämpfen! Ziel sollte zumindest die Hälfte des Betrages, also 1.500¤ sein.
Hier Interview mit dem Regionaljugendsekretär der GPA-djp Salzburg Mike Huber als Vorabveröffentlichung aus vorneweg Arbeit
Wie viele von den Lehrlingen fallen eigentlich beim Praxistest durch?
Mit Stand 31.12.2009 haben bundesweit 3565 Lehrlinge den Praxistest gemacht, davon sind 23 durchgefallen. Bei der Lehrabschlussprüfung hingegen liegt die Durchfallquote bei bis zu 50%. Ich glaube aber nicht, dass von diesen 3565 Lehrlingen die Hälfte innerhalb von 1½ Jahren so schlecht ausgebildet wird, dass sie bei der Lehrabschlussprüfung dann durchfallen. Sondern dieser Praxistest ist ein Durchwinken für die Lehrlinge und ein Geldverschieben für die Wirtschaft. Da überrascht es nicht, dass die Wirtschaftskammer die Prüfung alleine erstellt.
Erfolgreiche 1.-Mai-Demonstrationen

Tausende Menschen beteiligten sich im Jahr 2010 an den linken und antikapitalistischen 1.-Mai-Demonstrationen in allen großen Städten Österreichs. Im Aufruf der KJÖ für diese Demonstrationen wurden 10 Gründe genannt, warum es gerade heute wichtig ist, am 1. Mai auf die Straße zu gehen. Darunter fanden sich der Kampf gegen Sozial- und Bildungsabbau, Rechtsruck und Umweltzerstörung sowie das Eintreten gegen Krieg, für eine Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich, für internationale Solidarität und eine sozialistische Gesellschaft. In seiner Rede betonte der KJÖ-Vorsitzende Robert Krotzer, dass es Aufgabe der KommunistInnen ist, den Widerstand gegen die Sparpläne der Herrschenden in den Betrieben, an den Schulen und Universitäten und auf den Straßen zu unterstützen und zu organisieren. Er drückte damit die Hoffnung aus, dass "der heurige Erste Mai kein leeres Ritual ist, sondern ein Warmlaufen für anstehende Kämpfe für unser Recht auf eine lebenswerte Zukunft." Im Sinne der internationalen Solidarität schloss er seine Rede mit Kampfesgrüßen in griechischer, türkischer und kurdischer Sprache.
Die KJÖ ruft selbstverständlich auch heuer zu den 1.-Mai-Demonstrationen in Wien, Graz, Salzburg, Linz und Innsbruck auf. Warum es wichtig ist, am 1. Mai ein kräftiges Zeichen auf der Straße zu setzen, haben wir in aller Kürze untenstehend zusammengefasst.
Geld für Bildung statt für Banken!
Mit Milliardenbeträgen wurden die Banken aus der selbst verschuldeten Krise gerettet, während an unserer Bildung und damit unserer Zukunft gespart wird. Daran muss sich etwas ändern!
Lieber gleich-berechtigt als später!
Noch immer verdienen Frauen rund ein Drittel weniger als ihre männlichen Kollegen und Rollenklischees sowie sexistische Werbung begleiten uns auf Schritt und Tritt. Daran muss sich etwas ändern!
Nein zum Überwachungsstaat!
Videokameras an allen Ecken, Vorratsdatenspeicherung, Pyrotechnik-Verbot oder immer schärfere Asylgesetze sind besorgniserregende Beispiele für zunehmende Repression. Daran muss sich etwas ändern!
Aktiv gegen Rechts!
Für die FPÖ gibt es rechts von ihr scheinbar nur mehr die Wand, im Windschatten ihrer Erfolge treten auch offene Neonazis immer dreister auf. Daran muss sich etwas ändern!
Reichtum gerecht verteilen!
Ein Prozent der reichsten ÖsterreicherInnen besitzen ein Drittel des gesamten Vermögens, während eine Million Menschen an oder unter der Armutsgrenze leben. Daran muss sich etwas ändern!
Die Ortsgruppe Wien der Kommunistischen Jugend Österreichs hat mit Anfang April ihre "Frühjahrsoffensive" begonnen. Mehrere Veranstaltungen, Aktionen und Schulungen sollen wieder Schwung in die Bundeshauptstadt bringen und das Verbandsleben stärken. Zum Auftakt wurde ein vier Meter langes Transparent gestaltet, welches an den 65. Jahrestag der Befreiung von Faschismus und Krieg erinnern soll. Folgend eine vorläufige Liste der bisher feststehenden Termine. Interessenten sind natürlich herzlich zur Teilnahme willkommen. Weitere Termine folgen noch.
Fair statt prekär
Prekär - was heißt das eigentlich genau? Es existiert keine allgemeinverbindliche Definition, vielmehr gibt es mehrere Faktoren, die prekäre Arbeit auszeichnen - ohne dass immer jeder einzelne dieser Punkte zutrifft. Als wesentlichste Eigenschaften prekärer Arbeit (auch atypische Beschäftigung genannt) gelten: nicht-existenzsicherndes Einkommen, fehlender sozialer Schutz, keine arbeitsrechtliche Absicherung sowie mangelhafte Mitsprache im Betrieb. Folglich fallen vor allem (aber nicht nur) Teilzeitarbeit, geringfügige Beschäftigung, freie Dienstverträge, neue Selbständige, Leiharbeit und Praktika bzw. Voluntariate unter den Begriff prekäre Beschäftigung.
Gerade während der letzten Jahre haben prekäre Beschäftigungsverhältnisse dramatisch zugenommen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: fehlende arbeitsrechtliche Absicherung, geringe Bezahlung und Abwälzung aller möglichen Risiken auf die Werktätigen sind der Traum jedes Ausbeuters. Egal welche Parteien in der Regierung saßen: Während der letzten Jahre wurden nicht nur die rechtlichen Voraussetzungen für atypische Beschäftigung den Wünschen der Kapitalisten angepasst; es wurde sogar als Erfolg für die arbeitende Bevölkerung dargestellt...
Die wichtigsten Arten prekärer Beschäftigungsverhältnisse im Überblick:
Der Lehrvertrag
Der Lehrvertrag stellt die rechtliche Grundlage für das Lehrverhältnis dar. Er ist ein Arbeitsvertrag mit besonderen Vereinbarungen über die Ausbildung. Bei minderjährigen Lehrlingen bedarf der Abschluss des Lehrvertrages außerdem noch der Zustimmung des gesetzlichen Vertreters. Der Lehrvertrag muss schriftlich zu Beginn des Lehrverhältnisses abgeschlossen werden. Den Lehrvertrag solltest du vor der Unterzeichnung genau lesen.
Der/die Lehrberechtigte
Der/die L. hat für deine Ausbildung als Lehrling zu sorgen und dich unter Bedachtnahme auf die Ausbildungsvorschriften des Lehrberufes selbst zu unterweisen oder durch geeignete Personen unterweisen zu lassen. Er/sie darf dich nur zu solchen Tätigkeiten heranziehen, die mit dem Wesen der Ausbildung vereinbar sind. Dir dürfen keine Aufgaben zugewiesen werden, die deine Kräfte übersteigen. Er/sie darf dich weder misshandeln noch körperlich züchtigen und hat dich vor Misshandlungen oder körperlichen Züchtigungen durch andere zu schützen.
[aus "vorneweg. Zeitung für Veränderung"]
Eine kurze Geschichte
Gerade die Geschichte der Arbeitszeit und die damit verbundenen Kämpfe der arbeitenden Bevölkerung machen deutlich, dass die ArbeiterInnen nichts geschenkt bekommen. Der Kampf um kürzere Arbeitszeiten und bessere Lebensbedingungen war immer ein Kampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie. In Österreich wurde nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen Ende 1919 (zunächst provisorisch) der gesetzliche 8-Stunden-Tag eingeführt. 1959 wurde schließlich in einem Generalkollektivvertrag die wöchentliche Arbeitszeit auf 45 Stunden festgelegt und 1975 wurden 40 Stunden dann schlussendlich zur Normalarbeitszeit. Das ist mittlerweile 35 Jahre her.
Durch die gesellschaftliche und technologische Entwicklung seit dieser Zeit ist eine weitere Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit nicht nur machbar, sondern sie tut auch Not. Denn während sich die Arbeitsproduktivität[1] seit der Einführung der 40-Stunden-Woche mehr als verdoppelt hat, haben die Werktätigen davon wenig gehabt. Das heißt also, dass sich die Gewinne der Unternehmen immer weiter steigerten und Arbeit immer „effektiver“ nutzbar gemacht werden konnte, während die Löhne im Vergleich immer weiter sanken.
Das wirksamste Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wäre eine Verkürzung der Arbeitszeit. Wir listen auf, was dafür spricht und was aus einer Arbeitszeitverkürzung (AZV) resultieren würde.
Höhere Arbeitsproduktivität!
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Arbeitsproduktivität bedeutend erhöht. Das heißt, dass durch weniger Arbeit mehr Produktion möglich ist. Davon haben aber nur die Unternehmen profitiert, während die arbeitenden Menschen leer ausgingen.
Senkung der Arbeitslosigkeit!
Eine Verkürzung der Arbeitszeit würde tausende neue Jobs schaffen, da die vorhandene Arbeit auf mehr Schultern verteilt wird. Damit würden viele arbeitslose Menschen aus ihren demütigenden Verhältnissen geholt werden. Ebenso könnten Milliarden Euro, die man Jahr für Jahr in das System rund um die Arbeitslosigkeit pumpt, eingespart werden.
Umverteilung von oben nach unten!
Die von den Kapitalisten verursachte Wirtschaftskrise geht an keiner und keinem von uns spurlos vorbei. Durch eine Arbeitszeitverkürzung kann der Abwälzung der Kosten der Krise auf die Arbeiterklasse und die Jugend entgegen gewirkt werden. Auch das Auseinanderdriften der Kluft zwischen Arm und Reich kann so bekämpft werden.
Belebung des Konsums!
Durch eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich wird der private Konsum steigen, da mehr Menschen am Erwerbsleben teilhaben können und damit auch mehr Geld zur Verfügung haben.
Mehr Zeit für uns!
Immer mehr Menschen leider unter chronischer Zeitnot. Arbeitszeit fängt ja nicht mit Arbeitsbeginn an und hört mit Schichtende auf. Daneben muss jede/r noch diversen Verpflichtungen nach gehen. Die durch eine Verkürzung der Arbeitszeit gewonnene Zeit lässt sich nun auf viele Arten und Weisen nützen. Beispielsweise für das Engagement in Vereinen oder das Pflegen sozialer Kontakte.
Mehr Lebensqualität!
Stress und Druck wirken sich auch auf die Gesundheit aus. Immer mehr Menschen leiden an berufsbedingten Krankheiten und Burn-Outs. Dem kann mit einer Arbeitszeitverkürzung entgegen gewirkt werden.










