Die Sozialdemokratie von 1945 bis heute
Vorabdruck aus vorneweg - Zeitung vor Veränderung
Im letzten Teil dieser Serie haben wir uns mit der Sozialdemokratie in Österreich von ihren Anfängen bis 1945 beschäftigt. Die beim letzten Mal beschriebene SDAP hat mit der Nachkriegs-SPÖ nur mehr recht wenig zu tun. Frei nach Jura Soyfer wollen wir uns also dem Tod einer Partei zuwenden, bei deren momentan stattfinden Begräbnisfeierlichkeiten selbst die reformistischen Elemente der Sozialdemokratie feierlich zu Grabe getragen werden.
Antifaschismus wird zu Antikommunismus
Die SPÖ reihte sich nach 1945 nahtlos in den von den Westmächten forcierten Antikommunismus ein, der schon bald den – falls überhaupt jemals vorhandenen – „antifaschistischen Grundkonsens“ der Zweiten Republik in den Hintergrund drängen und zur führenden Ideologie der Sozialdemokratie werden sollte. Die Entnazifizierung wurde von den Sozialdemokraten nur schleppend vorangebracht, da die Nazis schließlich auch eine Zielgruppe bei Wahlen waren und so saßen schon bald wieder ehemalige Nazis fest im Sattel. In der SPÖ selbst wurden gleichzeitig die linken und anti-kapitalistischen Kräfte wie beispielsweise Erwin Scharf aus der Partei ausgeschlossen.
Bei hochsommerlichen Temperaturen fand am 12. Juni im Grazer Augarten die zweite Auflage des Fußballturniers „Kicken gegen Rechts“ statt, das von der Kommunistischen Jugend in Zusammenarbeit mit dem MigrantInnenverein IKEMBA organisiert wurde. 26 Mannschaften – und damit doppelt so viele wie im vergangenen Jahr – kämpften in der Vorrunde auf drei Spielfeldern bei sengender Hitze um jeden Punkt, nach 50 Vorrundenspielen standen jene Mannschaften fest, die ins Achtelfinale aufstiegen.
In spannenden Spielen konnten sich dabei die Teams „Ikemba“, „Team Rot“, „Spektral Rebels“ und „Augarten (b)“ durchsetzen. Im Finale standen sich schließlich „Ikemba“ und die „Spektral Rebels“ gegenüber, das Erstere für sich entscheiden konnten. Für die GewinnerInnen gab es eine Kiste Bier, Pokale und Exemplare unserer „Laut gegen Rechts“-CD.
Die über 300 BesucherInnen und SpielerInnen unterschiedlichster Herkunft genossen einen Fußballnachmittag, der nicht nur spannend war, sondern auch ein klares Zeichen gegen Rassismus und Rechtsextremismus setzte. Nach den Erfolgen in diesem und im vergangenen Jahr ist eine Neuauflage im Jahr 2011 so gut wie beschlossene Sache.
"Der Faschismus an der Macht ist die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals."
So charakterisierte einst der bulgarische Kommunist Georgi Dimitroff den Faschismus.
Neben dieser klassischen marxistisch-leninistischen Definition von Faschismus gibt es aber auch noch zahlreiche andere. Verschiedene linke, bürgerliche und auch verschiedene marxistische Definitionen machen es zuweilen schwer, breite Bündnisse gegen Faschismus und faschistische Tendenzen zu schließen.
Um gegen etwas zu kämpfen, muss man auch wissen, was das eigentlich genau ist, wogegen man kämpfen will. Eine Faschismus-Theorie ist "nicht einfach dazu da, um den 'historischen Faschismus' schematisch zu kategorisieren, sondern diese Theorie muss anwendungsorientiert sein: bezüglich der jeweils spezifischen Analyse einer Situation, bezüglich der Fähigkeit zur wissenschaftlichen Voraussicht hinkünftiger Entwicklungen sowie bezüglich der Fähigkeit, antifaschistische Strategien zu entwickeln und vor allem sodann antifaschistisch zu handeln." schreibt der Wiener Antifaschist und Schriftsteller Tibor Zenker in seinem Buch "Was ist Faschismus?".
Festkommers der Burschenschafter voraussichtlich verlegt
Nach bisherigen Informationen wird der österreichische Pennälerring den
„Festkommers“, eine Veranstaltung am Abend des 22. Mai im Rahmen des
österreichweiten Burschentages, nicht wie geplant in Knittelfeld abhalten. Ursprünglich
hätte der Festkommers im Kulturhaus der Stadtgemeinde Knittelfeld stattfinden sollen.
Jetzt ist für diese Abendveranstaltung die Freizeitanlage Zechner zwischen Kobenz und
Raßnitz im Gespräch. Wochenlang sah niemand einen Skandal darin, dass
rechtsextremen Organisationen das städtische Kulturhaus zur Verfügung gestellt wird.
Wie schon letztes Jahr organisiert die KJÖ Graz auch heuer wieder gemeinsam mit dem MigrantInnenverein "IKEMBA" ein internationalistisches und antirassistisches Fußballturnier. Am 12. Juni heißt es im Augarten (neben dem Augarten-Bad) ab 14:00 wieder: Kicken gegen Rechts!
Spielmodus: Gespielt wird in Fünfer-Teams am Kleinfeld ohne Tormann/frau. Die Vorspiele gehen im Liga-Modus über die Bühne und zum Champions-League-reifen Showdown kommt's danach in den Finalspielen.
Preise: Natürlich soll der sportliche Einsatz auch entsprechend belohnt werden. Auf die SpielerInnen warten eine Kiste Bier, Pokale, CDs und T-Shirts. Damit das Ganze nicht "nur" ein Spiel bleibt, sondern zum regelrechten Fußball-Fest wird, hat sich die KJÖ Graz natürlich auch ein entsprechendes Rahmenprogramm einfallen lassen:
Party-Zelt: Während das Zelt selbst die Köpfe vor etwaigem Regen schützen soll, sorgt die Bar im Zelt dafür, dass auch wirklich keine Kehle trocken bleibt.
Auflegerei: Und wer mit dem Ballett der Arbeiterklasse nicht so wirklich etwas anfangen kann, steht auch nicht auf verlorenem Posten. DJanes/DJs werden einem schönen Nachmittag und Abend im Augarten die passende Beschallung verleihen.
Anmeldung: Meldet euch bitte bis 8. Juni unter graz@kjoe.at oder 0676 / 789 71 91 an!
EINZELSPIELERiNNEN-BÖRSE: Wer gerne mitspielen würde, aber keine Mannschaft zusammenbringt, meldet sich ebenfalls unter graz@kjoe.at. Wir werden uns bemühen aus den EinzelspielerInnen Mannschaften zu bilden.
Redebeitrag der KJÖ bei den Befreiungsfeiern am 9. Mai im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen
Liebe Freundinnen und Freunde!
Liebe Genossinnen und Genossen!
Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten!
Wir treffen uns heute am Tag nach dem 65. Jahrestag der Kapitulation des Dritten Reichs. Mir persönlich lief auch heute wie jedes Jahr ein kalter Schauer über den Rücken, als ich durch das Tor hier ins ehemalige Konzentrationslager hereingegangen bin. 65 Jahre sind also seit der Befreiung vom Nazi-Faschismus vergangen. Ich will hier jetzt gar nicht länger auf die Ereignisse eingehen, die uns klar machen müssen, dass es von überragender Bedeutung ist, die Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft nicht zu vergessen und den Widerstand gegen Faschismus und Krieg stets im Gedächtnis zu behalten. Der Ordnung halber will ich aber ein paar Punkte kurz erwähnen. Da gibt es einen Dritten Nationalratspräsidenten, der in der rechtsextremen, erzreaktionären und antisemitischen Burschenschaft Olympia als "alter Herr" unterwegs ist. Da gibt es eine Barbara Rosenkranz, die als Präsidentschaftskandidatin gezeigt hat, wie eine Mutterkreuzträgerin anno 2010 auszusehen hat. Da gab es eine Diskussion über ein "Lager" für Menschen, die sich keines Verbrechens schuldig gemacht haben, aber trotzdem eingesperrt werden sollen. Da haben wir die Tatsache, dass auf der WKR-Ball-Demo Antifaschistinnen und Antifaschisten von der Polizei niedergeknüppelt wurden, während in der Hofburg die alten und neuen Großdeutschen und Rechtsextremen heiter tanzen konnten. Diese Liste ließe sich lange fortsetzen, aber allen, die heute hier stehen, erzähle ich ja nichts Neues.
Demonstration gegen den österreichweiten Burschentag in Knittelfeld
Treffpunkt: Samstag, 22.Mai 2010, 16:30Uhr, Bahnhof Knittelfeld
Antisemitische und rassistische Burschenschafter als FPÖ-Parlamentarier?
Am 22. Mai 2010 treffen sich in Knittelfeld deutschnationale Verbindungen aus ganz Österreich zum sog. “Burschentag”. Burschenschaften bewegen sich politisch in einem Spektrum zwischen freiheitlich, völkisch und offen rechtsextrem. Sie stilisieren sich selbst als Elite des nationalen Lagers, tragen wesentlich zur Gesellschaftsfähigkeit rassistsischer und antisemitischer Diskurse bei und erfüllen eine Scharnierfunktion zwischen dem Neonazismus und dem legalen Rechtsextremismus. Aus ihren Reihen kamen/ kommen genauso neonazistische Kader und freiheitliche PolitikerInnen.
Ihre enge Verquickung mit der Politik der FPÖ zeigt sich darin, dass ein großer Teil der FPÖ-Funktionäre Burschenschafter sind, wie zB. der 3. Nationalratspräsident Martin Graf, und dass mit Wolfgang Zanger auch den Burschentag in Knittelfeld ein freiheitlicher Abgeordneter organisiert.
Sexistische Grundhaltung?
Burschenschaften stehen für Männerbündelei und Sexismus. Neben Juden, Moslems oder sonst nicht in das "arische" Weltbild passende Menschen ist Frauen grundsätzlich der Beitritt zu sämtlichen burschenschaftlichen Verbindungen untersagt, sie dürfen bestenfalls an ausgewählten Abenden als Begleitung "mitgebracht" werden. Ein Blick in das korporierte Liedgut verdeutlicht das sexistische Rollenbild, wenn zB. davon gesungen wird, dass die Frauen statt an der Universität doch besser bei Wäsche, Herd und Nähmaschine zu sein hätten.
Ein Musterbeispiel antifaschistischer Bündnisarbeit
Während beim FPÖ-Frühschoppen am 1. Mai selbst Stargast HC Strache nur wenige Burgenländer und noch weniger -Innen zu seiner Funktionärs-Meute locken konnte, feierte unweit ein breites antifaschistisches Bündnis ein sehr gut besuchtes Fest der Solidarität und Menschlichkeit.
Keiner mag Heinz Christian
So hirnlos FPÖ-Politiken generell sind – im multikulturellen Burgenland wirken diese besonders blöde. Der blaue Spitzenkandidat zur Landtagswahl, Hans Tschürtz, stand auf verlorenem Posten, rief um Hilfe, FPÖ-Bundesvorsitzender Heinz Christian Strache hörte, kam und … ein ganzes Land stellte sich dagegen auf die Beine. Während man FP-Funktionären generell ein im besten Fall schräges Weltbild attestieren kann, muss Strache mit besonderer Vorsicht gehandhabt werden, ist er doch Aushängeschild der Deutschnationalen, alten und neuen Rechtsextremen sowie Ewiggestrigen in Österreich. Etwas musste gegen seinen Besuch unternommen werden!
In einer Woche von der Facebook-Gruppe zum Massen-Bündnis
Einem aufmerksamen Neufelder Studenten waren die FP-Plakate mit der Ankündigung bzw. Warnung vom Strache-Besuch aufgefallen und er tat seinen Ärger darüber im sozialen Netz Facebook in der eigens gegründeten Gruppe „Burgenland wehrt sich – Aktiv gegen Rechts!“ kund. Nur wenige Stunden später hatte die Gruppe hundert, dann hunderte und schon bald über tausend Mitglieder. Ebenso die breite Teile der Gesellschaft umfassende Unterstützerliste: Bund sozialdemokratischer Freiheitskämpfer, FSG Burgenland, GUJ Burgenland, Gesicht zeigen gegen Rechts, Junge Rote Burgenland, Katholische Aktion Burgenland, Katholische Jugend Burgenland, Katholische Jungschar Burgenland, KJÖ Burgenland, KPÖ Burgenland, KZ-Verband Burgenland, ÖGJ Burgenland, SJ Burgenland, SPÖ Eisenstadt, Vegane Gesellschaft Österreich, ja sogar der Dompfarrer stellte seinen äußerst günstig gelegenen Vorplatz für die Alternativ-Veranstaltung zur Verfügung. Der Schritt aus dem virtuellen Raum in die Öffentlichkeit war nurmehr eine Frage der Zeit. Ein auf den Namen der Facebook-Gruppe lautenden Verein wurde gegründet und bei vorbereitenden, öffentlichen Treffen wurde schnell ein Konzept erarbeitet, Bands eingeladen, Flyer hergestellt und Infrastruktur aufgebaut. Und dann kam der große Tag…
KJÖ Wien setzt Frühjahrsoffensive fort
In der vergangenen Woche haben AktivistenInnen der Kommunistischen Jugend Österreichs in mehreren Bezirken Wiens an Infoständen Aufklärung betrieben. Diese und diverse andere Aktivitäten sind Ausdruck der momentan laufenden Frühjahrs-Offensive.
Wir versuchten an den Infoständen den vorwiegend jungen Menschen mit unseren Flugblättern zu erklären, dass die Strache-Rosenkranz-FPÖ die radikalsten Teile in der arbeiterfeindlichen Politik im Sinne der Großkonzerne und Industrieverbände in der österreichischen Parteienlandschaft vereint. Allerdings wurden wir auch in etlichen Gesprächen gefragt, ob denn nun unsere Alternative die SPÖ mit Heinz Fischer sei. Wir konnten den Interessierten jedoch die Auskunft geben, dass für uns KommunistInnen die einzige Alternative eine wirklich kommunistische Partei, die es jedoch noch aufzubauen gilt. Denn nur eine solche Kraft ist im Stande die Interessen der Werktätigen tatsächlich zu vertreten.
Es gingen weit über 1000 Flugzettel wie warme Semmeln weg, wobei es manchmal vorkam, dass Einige unsere Flugzettel zunächst nicht haben wollten, da diese auf den ersten Blick wie FP-Flyer aussehen. Doch mit einer kurzen Erklärung nahmen sie diese dann sehr freundlich an.
Um das für die anstehenden steirischen Landtagswahlen zu erwartende rassistische Trommelfeuer der Rechtsparteien auch musikalisch nicht unbeantwortet zu lassen, gibt die Kommunistische Jugend (KJÖ) eine zweite Auflage der CD „Laut gegen Rechts!“ heraus. Darauf zu finden sind musikalische Größen wie Attwenger, Mono und Nikitaman, Texta, Russkaja oder Tocotronic, die damit ein klares Zeichen gegen Rechtsruck, Rassismus und Antisemitismus setzen. Die CDs sollen im Vorfeld der steirischen Landtagswahl flächendeckend gratis vor Schulen, auf der Straße und in Jugendzentren verteilt werden.
Und hier kommt ihr ins Spiel: Im Rahmen des Projektes wollen wir auch Nachwuchsbands fördern. Neben 15 Tracks „großer“ Bands wollen wir auch Songs von (noch) weniger bekannten, jungen Bands auf die CD pressen um so antifaschistische Jugendkultur vor Ort zu stärken. Damit wollen wir – gemeinsam mit euch – ein klares Zeichen gegen Rechtsruck und auch gegen Sozialabbau, Überwachungsstaat und Repression setzen. Wir wollen – gemeinsam mit euch – aufzeigen, dass Neofaschismus und Rassismus scheiße sind und Jugendliche über die menschenverachtende Hetze der rechten Rattenfänger aufklären. Und wir wollen, dass die Tonträger von Landser, Störkraft & Co. auf den Müllhalden landen!
Wir suchen Bands, die uns im Rahmen unseres CD-Projekts Songs gratis zur Verfügung stellen, die auf den Sampler „Laut gegen Rechts!“ gepresst werden. Dieser Sampler soll eine breite musikalische Palette umfassen, inhaltlich sind Lieder mit politischen Texten (auch über den Bereich Antifaschismus hinaus, etwa für Umverteilung, gegen Krieg etc.) erwünscht, aber keine zwingende Vorgabe.
Wenn ihr an der Auslosung teilnehmen wollt, schickt uns eure Beiträge entweder per Post an KJÖ Steiermark, Lagergasse 98a, 8020 Graz oder als mp3 per Mail an graz@kjoe.at. Wir freuen uns auf eure Einsendungen, für weitere Fragen schreibt uns bitte an oben genannte Mail-Adresse. Einsendeschluss ist der 18. Mai 2010.
„Love music – hate fascism!“
eure KJÖ










